August 30

Aktiensplit – Kann ich nicht rechnen?

Neulich während der Autofahrt:

Handy klingelt, ich geh ran (natürlich über Freisprechanlage). Ein sehr guter Freund von mir ist dran und will ganz aufgeregt wissen: Apple und Tesla führen eine Aktiensplit durch! Da müsse man doch jetzt unbedingt kaufen, richtig? Da werden die Aktien wieder richtig billig (Apple splittet im Verhältnis 1:4, Tesla mit 1:5). Billiger kommt man ja wohl nicht mehr rein, stimmt‘s?

Kann sein, kann auch nicht sein – das war meine Antwort auf seinen Redeschwall.
Stille (eher ungewohnt bei ihm), dann: Was bist du denn für ein Berater? Kannst du nicht rechnen? Ich kriege dann vier Aktien zum Preis von einer!
Ich: Soweit kann ich das auch noch ohne Exceltabelle. Hast du aber auch bedacht, dass diese neuen Aktien jeweils auch nur noch einem Viertel der alten Aktien entsprechen und somit weniger Beteiligung am Unternehmen darstellen?

Wieder Stille, dann: Hmm, so habe ich das noch nicht gesehen. Da hatte ich wohl einen Denkfehler drin.

Ich konnte ihn trösten. Klar, die Unternehmen verschenken ja nicht plötzlich ihre Aktien, sondern reduzieren nur den Wert einer einzelnen, dafür gibt es dann einen Ausgleich in Form neuer Aktien. Mit den mögliche Kurssteigerungen hatte mein Freund allerdings durchaus Recht: es kommt sehr häufig vor, dass Unternehmen optisch teure Aktien (die Aktien haben einen hohen Kurs, z.B. 2.000€ pro Aktie) splitten. Dadurch sinkt (optisch) der Kaufkurs. Dies führt zu stärkerer Nachfrage, da sich nun auch wieder der typische Kleinanleger eine Apple-Aktie ins Depot legen kann. Und steigende Nachfrage führt immer noch zu steigenden Kursen.

Fazit: Geschenkt gibt es nix, aber die Chance auf Kurssteigerung durch mehr Kleinanleger-Käufe ist vorhanden.

Euer Wohlstandsmentor
Klaus Zwingmann (CFP®-Professional)


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